Sonntag, 10. Mai 2015

Eco-Printing auf Papier


Berni war zu Besuch, die Cousine meiner Mutter. Das ist ja eh schon ein Grund zur Freude. Aber diesmal habe ich mich doppelt gefreut, denn in ihrem Gepäck hatte sie allerlei Utensilien zum Drucken. Zum Drucken und Färben mit Pflanzen und Pflanzenfarben. Genannt wird diese Technik "Eco-Printing". 

Wir haben nur auf Papier gedruckt (Stoffe gehen auch). Wir haben unterschiedliche Aquarellpapier verwendet. Am besten gefallen mir die Ergebnisse auf wenig strukturiertem Papier. Außerdem sollte es recht dick sein, 300 Gramm funktioniert super.

Das Papier muss im Vorfeld gebeizt werden, wir haben Alaun verwendet. Essig soll auch funktionieren. Es ist aber gut möglich, dass die Farben dann anders reagieren. (Hier kann ich leider noch keine genauen Mengenangaben an euch weitergeben. Kommt aber.)


Beim Eco-Printing werden Abdrücke von ganz unterschiedlichen Pflanzen gemacht. Da kann man wirklich total wild herumexperimentieren! Berni hatte einige getrocknete Pflanzen dabei, besonders gut gefielen mir Eukalyptusblätter und Hortensien. Die getrockneten Teile werden ein wenig in Wasser aufgeweicht, dass sie nicht brechen. 

Dann haben wir noch einen Streifzug durch den Garten gemacht und Einiges gepflückt: Beinwell (Blüten und Blätter), Salbei, Gundermann, Löwenzahn (Blüten und Blätter), Sauerampfer, Schnittlauch mit Knospen, Wunderlauch, Gräser, alle möglichen Blätter... Außerdem haben wir brauchbare Reste aus Blumensträußen vom Kompost gesammelt. Dazu habe ich noch Kräutertee, eine Würzblütenmischung und Lavendelblüten genommen.


Aus (vielen!) Zwiebelschalen wird ein Sud gekocht. Den hatte Berni auch schon vorbereitet. Der wird dann in einem großen Topf erhitzt. Er soll während des Färbens die ganze Zeit sieden. 

Nun beginnt der interessante Part: Das gebeizte Papier wird nach Lust und Laune mit Pflanzen belegt. Es werden mehrere Lagen übereinander geschichtet, ein bisschen wie eine Lasagne: Papier, Pflanzen, Papier, Pflanzen... Diese Schichten werden dann zwischen zwei Aluplatten gelegt, welche mit starken Papierklemmen etwas zusammengepresst werden. So kommt das Ganze dann für etwa eine halbe Stunde in den Zwiebelschalensud. Während der Wartezeit steigt die Aufregung: Was kommt wohl gleich aus dem Topf? 

Und dann: Tadaaaa! Der spannendste Moment: Die Klemmen werden gelöst und die Platten geöffnet. Die ersten Abdrücke sind schon sichtbar! Alle Pflanzenteile werden nun vom Papier gelöst und die Drucke werden zum Trocknen auf Zeitung und Küchenpapier gelegt. Während des Trocknens entwickeln sich einige Abdrücke erst so richtig. Bis die Papiere richtig trocken sind, entdeckt man immer wieder neue Farben und Formen. So spannend, sag ich euch!


Und dann kann man seine wunderschönen Natur-Drucke bewundern und sich dran erfreuen!


Und weil so eine Natur-Druck-Aktion auch Kindern großen Spaß machen kann, schicke ich diesen Beitrag gleich noch bei der Grünzeug-Sammlung bei den Naturkindern vorbei: www.naturkinder.com Hier wird schließlich Einiges an Grünzeug gebraucht!

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