Mittwoch, 20. August 2014

Plastik und Müll vermeiden - Einkaufsnetzte für Obst und Gemüse


Nachhaltigkeitsgedanken

Ihr kennt das Problem sicherlich: Beim Einkauf von Obst und Gemüse greift man doch meistens zu den leichten, praktischen Abreißbeuteln aus Plastikfolie. Wo sonst soll man die lose Ware hinein tun? Muss doch die Kassiererin sehen können, was sie da abwiegt. Außerdem sind die meisten anderen Tüten oder Beutel einfach sehr viel schwerer und größer. 

Zu Hause reißt man diese Plastiktüten dann auf, weil der Knoten nicht mehr zu öffnen ist. Und dann wandert sie in den Müll. Was für ein Wahnsinn, was für eine Verschwendung!

Größere und unempfindliche Früchte hab ich eh immer schon lose an der Kasse auf's Band gelegt. Aber was tun bei Champignons, Blaaubeeren, Bohnen, Weintrauben, Pflücksalat...? Eine praktische Plastiktüte abreißen? Nun nicht mehr!


Um diesen unnötigen Müll zu vermeiden, hab ich mir letzte Woche diese Obst- und Gemüsebeutel genäht. Die Idee ist nicht von mir, neu ist sie auch nicht. Man findet im www einige Beiträge dazu.

Ich habe für meine Netze nur Material verwendet, das ich eh schon hier hatte, und zwar:

1 alte "Omagardine", feines Netz aus Nylon oder so
Geschenkband (wieder verwendet)
Knöpfe, teilweise auch gebraucht
Garn 

Nähanleitungen für Beutel gibt es genug im Netz, die muss ich hier nicht noch einmal aufschreiben. ;o) Oben ein Tunnelzug, Seiten zunähen, fertig.

Meine Beutel sind unterschiedlich groß. Ich hab ein paar kleine Netze genäht, für kleine Mengen, aber auch größere Gardinentüten, z.B. für Äpfel oder damit Pflücksalat locker Platz hat und nicht zermatscht wird. 


Sie wiegen alle mehr als die üblichen Plastikbeutel. Groß etwa 20 Gramm, klein bloß sieben Gramm. Aber eben trotzdem wesentlich mehr. An der Kasse können nur die üblichen zwei Gramm abgezogen werden. Aber die paar Gramm Unterschied nehme ich in Kauf, das ist mir die Sache wert. Auf dem Markt kann meist das Gewicht abgezogen werden.

Die Reaktionen im Biosupermarkt, wo ich regelmäßig einkaufe, waren super. Vor dem Einkaufen hab ich gefragt, ob es überhaupt möglich ist, so das Gemüse zu kaufen. Aber klar! Da wurde mir jedoch schon erklärt, dass sie das Mehrgewicht nicht abziehen können. Die Kassiererin war ganz angetan und die Kundin, die nach mir an der Reihe war, war total begeistert. "Wo bekommt man denn so hübsche Beutel? Was, selbst genäht? Toll, auch die Idee!" Mehrere Menschen kamen ins Nachdenken und tauschten sich über dieses Thema aus. Super oder?


Die frischen Einkäufe können in den Netzen in den Kühlschrank oder in die Vorratskammer. Ein kleines Netz mit Pilzen hänge ich an den Flaschenhalter im Kühlschrank, so hängen sie luftig. Super Sache!

Mit etwas kaltem Wasser lassen sich die Beutel fix ausspülen und auch in der Waschmaschine kann man sie waschen (falls mal die Blaubeeren zermatscht sind).

Wie macht ihr das beim Einkaufen? Jutetasche immer dabei? Näht euch dazu doch auch ein paar Netze und reduziert damit euren ökologischen Fußabruck.

Kommentare:

Marieke hat gesagt…

Das finde ich eine tolle Idee, Kathi!! Nacharmungswert!!!

Martina hat gesagt…

Super Idee und löst endlich mein "Mist, dann muss ich dass doch verpackt kaufen"-Problem... wenn ich denn das "Rohmaterial" dafür finde. :)

Lieblingsschwestern hat gesagt…

Hallo liebe Kathi!
Wow das ist ja genial!
Ehrlich gesagt, kaufen wir fast kein Gemüse. Wir ernten aus unserem Garten und essen was es gerade gibt. Wobei ich kein gekochtes Gemüse esse, nur rohes Gemüse und das nicht viel. Bei Obst ist es das gleiche im Moment haben wir jede Menge Brombeeren und wir essen Brombeeren halt nur jetzt oder gefrieren sie ein.
Ich finds toll, dass du andere damit zum Nachdenken bringst, es gibt ja eh schon viel zu viel Müll
Wünsch dir ein tolles Wochenende!
Ganz liebe Grüße
Kathi