Montag, 23. Dezember 2013

Tiere sind keine Weihnachtsgeschenke!


Alle Jahre wieder - ganz oben auf vielen Wunschzetteln steht: 

"Ein eigenes Haustier"

Und es gibt wirklich Erwachsene, die dann unbedacht in die Zoohandlung marschieren, eine Kleintierausstellung besuchen oder sich an unseriöse "Züchter" wenden und dann ein lebendiges Geschöpf kaufen, ohne eine Ahnung davon zu haben, was dieses benötigt, um ein zufriedenes Leben führen zu können.

Die Freude unterm Weihnachtsbaum ist natürlich erstmal riesig. Aber oft schon nach ein paar Tagen ist es dann nicht mehr die pure Freude, die Tiere MÜSSEN versorgt werden und haben Bedürfnisse, nach denen sich die Menschen richten sollen. Ein Welpe macht in die Wohnung und muss regelmäßig nach draußen, das Kätzchen kennt das Katzenklo noch nicht, Käfige müssen ausgemistet werden und das ist einfach jeden Tag so. Jeden Tag  bis an das Lebensende dieses Haustieres. Auch im Urlaub. Auch am Sonntagmorgen. Auch wenn die Klassenfahrt ansteht.

Alle Jahre wieder landen ein paar Wochen nach Weihnachten (oder auch Ostern) viele "lebendige Weihnachtsgeschenke" im Tierheim. Manche werden auch ausgesetzt. Vor den Sommerferien verlieren dann viele weitere Tiere ihr Zuhause, weil sich niemand im Urlaub kümmern will. Und das Kind ja sowieso kein Interesse mehr an seinem Tier hat.

Die Leidtragenden? Arme Tierseelen, deren Grundbedürfnisse oft nichtmal im mindesten beachtet werden.

Wie oft werden auch heute noch Meerschweinchen und Kaninchen einzeln und in viel zu kleinen Käfigen gehalten? Wenn das Interesse nicht mehr da ist, sogar in irgendeiner dunklen Ecke im Kinderzimmer. Wellensittiche müssen sich ohne Freiflug und nur mit einem "Kumpel" aus Plastig begnügen. Hamster werden in Minikäfige gepackt, mit einem zu kleinen Laufrad, das ihren Rücken kaputt macht. Zudem werden die meisten Kleintiere mit falschen Futter gefüttert, was ihre Gesundheit nachhaltig schädigt.

Bitte, liebe Erwachsene, denkt dran: Ein lebendiges Tier ist was anderes, als ein Plüschbär! Wenn euer Kind ein Haustier haben möchte, dann müsst ihr euch im Klaren darüber sein, dass die Verantwortung dafür bei euch liegt! Ihr seid in erster Linie dafür verantwortlich, dass es dem Tier gut geht, dass es artgerecht leben kann und mehr als seine Grundbedürfnisse beachtet werden!

Ein Hund möchte nicht alleine im Keller schlafen und ab und an mal Gassi gehen oder zum Knuddeln ins Wohnzimmer geholt werden.

Eine Katze (besonders eine junge) möchte nicht alleine mit Menschen in einer Wohnung leben - ohne Kontakt zu Artgenossen.

Ein Kaninchen braucht mehr als einen Käfig und ab und zu Auslauf in einem Gitter auf der Wiese. Kaninchen brauchen mindestens einen Artgenossen, um glücklich zu sein!

Ein Meerschweinchen wird niemals alleine im Käfig glücklich, auch wenn sich der Mensch noch so sehr kümmert.

Einem Hamster reicht ein Laufrad im Käfig nicht aus. Hamster brauchen mehr Platz, als gängige Käfige aus der Zoohandlung uns vorgaukeln.

Und ganz besonders: Tiere möchten nicht irgendwann weitergegeben werden, wie ein Spielzeug, für das man zu alt geworden ist. Tiere brauchen ihre Menschen. Auch Kleintiere bauen eine Bindung zu uns auf, sie erkennen unseren Geruch, unsere Stimme.

Und mal ehrlich, sollen Kinder glauben, dass man sich einen Freund einfach so kaufen kann? Denn das sind die Tiere für Kinder im besten Fall: wichtige Freunde.

Anstelle eines Haustieres könnt ihr euren Kindern zu Weihnachten Bücher schenken, Ratgeber über die Tierart, die es sich so sehr wünscht. Geht diese Ratgeber gemeinsam mit den Kindern durch, lernt zusammen, wie dieses Tier gehalten werden muss. 

Ihr selber könnt euch prima im www über die Tierarten informieren. Infos über viele Nagetieren gibt es beispielsweise auf DIESER tollen Seite. Gute Infos gibt es auch in Foren oder auf den Internetseiten von Tierheimen.

Ist es schon beschlossene Sache, dass ein Tier bei euch einziehen soll, verschenkt das Zubehör, also ein Gehege, ein Spielzeug, Käfigeinrichtung und nicht das Tier. 

Erkundigt euch vorher, wo ihr ein Tier bekommt. Das aller Beste ist, ihr geht in ein Tierheim, schon vorher zur Information. Dort gibt es viele Tiere, die dringend ein neues Zuhause benötigen. Auch junge Tiere gibt es da. Kauft niemals Tiere auf Märkten oder von unseriösen Züchtern. Bei Hunden ist es wichtig, dass ihr euch vergewissert, dass das Muttertier wohlauf ist. Habt ihr Zweifel an der Seriösität der Halter, nehmt keinen Welpen mit! Auch nicht aus Mitleid, ihr unterstützt dadurch nur ein übles System, in dem dann weiter Welpen regelrecht produziert werden!

Gestaltet das Abholen des neuen Familienmitgliedes als Adoption und nicht als Einkauf, so vermittelt ihr direkt mehr Achtung vor dem Lebewesen.

Bereitet den Einzug für das Tier vor, richtet Käfig oder Schlafplätze ein. Lasst eure Kinder daran teilhaben, es macht ihnen Freude, an den Vorbereitungen beteiligt zu sein.

Für die erste Zeit im neuen Zuhause ist es wichtig, dass das Tier zur Ruhe kommen und sich zurückziehen kann. Natürlich möchte ein Kind seinen neuen Freund nun lieber betüddeln und bekuscheln. Darum überbrückt die Zeit mit thematisch passenden Aktivitäten. Bastelt gemeinsam etwas für das Tier, malt Bilder von ihm oder beginnt ein Tagebuch, in dem alles festgehalten werden kann.

Und was ganz wichtig ist: Begleitet euer Kind bei den notwendigen Tätigkeiten zur Versorgung des Tieres. Käfig ausmisten, füttern, Gassi gehen, Katzenklo sauber machen - macht es gemeinsam.

* * *

Nun habe ich viel mehr geschrieben, als ich eigentlich vor hatte. Aber dieses Thema beschäftigt mich einfach sehr. Ich könnte noch viel mehr dazu schreiben und das hier ist vielleicht auch bisschen wirr, führt teils zu weit und ist doch zu oberflächlich. Falls noch Fragen aufkommen, ergänze ich diesen Beitrag gerne im Nachhinein.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Ich finde diesen Post NICHT zu lang!
Er kann NICHT lang genug sein wenn es um LEBEWESEN geht.

Ich fand es früher als Kind und heute als Erwachsene erst recht zum kotzen wenn echte Tiere unter dem Baum "landen".

Alles was Du dazu geschrieben hast unterstreiche ich ganz FETT.

Ich hätte auch sehr gerne einen Hund schon alleine meiner Kinder wegen... aber ich lasse es ... weil ich eine Tierhaarallergie habe.
Ich weiß jetzt schon das ich dem Tier in vielen Punkten nicht gerecht werden könnte...meine Gesundheit voran, Arbeit =
(zu wenig Zeit), evtl. allergische Reaktionen meiner Kinder die sich vielleicht im Laufe der Zeit entwickeln würden da sie vielleicht durch mich vorbelastet sind??? Wenn ich einen Hund aufnehmen würde dann entscheide ich mich für das Tier ebenso wie ich mich für meine Kinder entschieden habe ein LEBEN LANG wür dieses Geschöpf zu sorgen...
Auf meine Kinder reagiere ich auch hin und wieder allergisch ;O) aber das ist ja zum Glück was anderes...
Müsste ich ein Tier aus den oben genannten Gründen abgeben würde es mir mein Herz zerreissen und das meiner Kinder noch dazu...
Daher lasse ich es, auch wenn es noch so schwer ist ... zum Wohle des Tieres.

LG S.