Sonntag, 25. November 2012

Noch grün hinter den Ohren


... ist dieser Zwerg, den ich aus Grünholz (Haselnuss) geschnitzt habe. 

... bin ich, was das Schnitzen von Figuren angeht. 

Meine erste kleine, dreidimensionale Schnitzfigur! Ein kleiner Zwerg, ein Haselzwerg. Nicht perfekt, aber irgendwie total süß! Er hat eine gezwirbelte Zipfelmütze und ein kleines Stupsnäschen. Ich werde ihn noch ein Weilchen trocknen lassen und dann bemalen. Ich bemale Holz gerne mit Wasserfarben oder Aquarellfarben. Die kann man so dünn auftragen, dass die Maserung und Struktur des Holzes noch durchscheint. Soll die Farbe etwas haltbarer sein und etwas glänzen, reibe ich sie zusätzlich mit etwas (Speise-) Öl ein.

In dieser Woche haben wir in der Natur-AG Würstchen gegrillert, nebenbei gespielt und geklettert. In dem kleinen Wäldchen, das wir uns mit den Kindern für unsere AG ausgesucht haben, liegt eine große, umgestürzte Weide. Darauf klettert es sich besonders gut. Und die Baumkrone liegt wie eine Bude aus Ästen auf dem Boden. Wenn sie im Frühling wieder grün wird (die Wurzeln können den Baum immernoch versorgen), wird das bestimmt ein wunderbar dichtes Versteck sein!

Natürlich haben wir auch wieder geschnitzt. Es ist eigentlich immer so, dass die Kinder erst frei spielen und durch das Wäldchen strolchen. Irgendwann kommen sie dann aber, um zu schnitzen. Ich sitze dann auch oft dabei und schnitze an einem Zweig oder Ast herum - auch, um den Kindern Anregung zu geben. Sie sind interessiert und wollen zum Beispiel lernen, wie man Verzierungen in die Rinde schnitzen kann.

Ich mache es nun auch so, dass ich längere Zeit an einem Schnitzwerk arbeiten, es also jedes Mal wieder mit in den Wald nehme werde. Irgendwie möchte ich versuchen, die Kinder auch dazu zu bringen. Oft ist es bei uns in der Einrichtung so, dass einfach konsumiert wird. Es wird Material verschwendet - ein bißchen (oder gerne auch ein bißchen mehr) Glitzer auf ein buntes Papier geklatscht, um es zwei Tage später in den Müll zu donnern, weil es zu viel Aufwand ist, es in den Aufbewahrungskasten oder den Tonni zu packen. Das Gleiche gilt für Schnitzholz, zumindest bei einigen Kindern. Da empfinde ich es zum Teil sogar noch stärker, weil die Kinder wissen, dass es "umsonst" ist. Natürlich bringe ich den Kindern bei, dass man nicht einfach so alle möglichen lebenden Äste abschneiden darf. Nur, wenn sie wirklich schnitzen wollen, schneide ich einen frischen Ast von Hasel oder Weide ab.


Um die Schnitzereien der Kinder und die Messer nicht immer lose im Rucksack rumfliegen zu haben, habe ich einen einfachen Beutel genäht und mit Textilfarbe bestempelt.

Meine Schnitzarbeit passt allerdings nicht in den Beutel. Ich mache mir einen langen Wanderstock. Den kann ich immer dabei haben, wenn wir unterwegs sind. Und wenn es gerade passt, kann ich daran weiter schnitzen. Und vielleicht möchte ja auch mal eins der Natur-AG Kindern einen Wanderstock schnitzen.


Kommentare:

Nula hat gesagt…

Liebe Kathi,

das sind aber feine Schnitzereien!

Ich erlebe es auch als wichtig, den Kindern eine Achtsamkeit gegenüber der Natur (und auch gegenüber benutzten Materialien) nahe zu bringen. Das ist leider keine Selbstverständlichkeit. Aber gerade bei den Jüngeren gelingt viel über das eigene Vorleben und über manch' sinnige Geschichte.

Liebe Grüße
und einen guten Start in die neue Woche

Nula

Piggy 3 hat gesagt…

Dein Zwerglein ist ja niedlich und dein Wanderstab wird ganz besonders! Mein Tochterkind ist auch in einer Wald-Ag von der OGS, aber die dürfen dort leider nicht schnitzen, wegen der Unfallgefahr! Finde ich sehr schade :(
Liebe Grüße
Petra ;o)