Dienstag, 2. August 2011

Fast...


... hätte es der kleine Piepmatz nicht überlebt.

Heut früh am Morgen lag er wie tot da. Er lag auf der Seite, ein Flügel stand etwas ab, die Beinchen waren ganz lang gestreckt und er war ganz dünn. Es war wohl zu kühl da draußen, um alleine ohne kuschelige Geschwister zu überleben. Ich hatte mir schon ein Tuch und eine kleine Schaufel genommen und wollte ihn unter den Büschen begraben. Da habe ich noch einen Hauch von Leben wahrgenommen. Er hat flach geatmet und ein Mal mit dem Beinchen gestrampelt. Und dann mußte ich kurz überlegen: Lasse ich der Natur freien lauf und lasse ihn hier sterben, währen ich meinen Morgenkaffee trinke? Oder fang ich ganz schnell irgendein Insekt und versuche ihn zu päppeln? Die erste Möglichkeit ist für jemanden wie mich eigentlich gar keine. Also habe ich schnell eine Motte gefangen und in kleine Stückchen zerteilt. Mit einer Pinzette und einem Tröpfchen Wasser habe ich ein Stück tief in den Schnabel geschoben und gewartet, bis der Kleine anfing zu schlucken. Es dauerte sehr lange, bestimmt eine halbe Stunde, bis er damit fertig war. Er war ja so schwach, aber der Lebenswille schien groß genug, dass er sich angestrengt hat. Danach gab es ein Tröpfchen Wasser und noch ein Stück Motte. Und wieder banges Warten... Nach einer Weile regte sich das Vögelchen etwas mehr und sah nach den ersten zwei Päppel-Stunden schon ein klein wenig besser aus (siehe Bild oben).


Es dauerte gar nicht lange, da konnte der Kleine seinen Schnabel wieder selbstständig öffnen, das macht das Füttern enorm unkomplizierter! Schaut mal, was für einen Hunger er hat!


Mittlerweile sieht er genau so vital aus, wie gestern. Er hat einen scheinbar unstillbaren Hunger und schreit ständig nach mehr. Wenn er dann mal richtig satt ist, schläft er ganz schnell ein - um bald wieder laut nach der Pinzette zu rufen. Ich habe von halb 8 bis nachmittags um vier Insekten gejagt. Fliegen, Motten, Würmer, kleine Käfer... Sogar die Nachbarkinder kamen drei mal mit vielen Fliegen in kleinen Schachteln, damit der Vogel genug bekommt. Leider finde ich hier niemanden, der sich mit der Aufzucht von Wildvögeln auskennt. Die Vogel-Notstation hat keinen Platz frei und nimmt wohl auch nur widerwillig kleine Singvögel auf. Also bleibt er wohl hier, der Vogel. Damit es nicht ganz so stressig bleibt, habe ich im Zoohandel Mehlwürmer gekauft. Die dürfen von jungen Vögeln nicht lebend verspeist werden, darum koche ich sie kurz ab.


An diesen Anblick muss ich mich noch gewöhnen...

Drückt uns die Daumen, dass der Kleine die nächste Nacht besser übersteht, als die letzte.

Kommentare:

Piggy 3 hat gesagt…

Na da drück ich doch 'mal ganz fest die Daumen! Für den kleinen Kerl und das Pflegepersonal!
Ich hätte die erste Option übrigens genau so schnell abgelehnt wie du!
So bin ich damals als Kind zu einem entflogenen und von mir gefundenen Wellensittich gekommen! Wir haben dann noch einige schöne Jahre gemeinsam verlebt!
Viel Glück und liebe Grüße
Petra ;o)

kirschkernzeit hat gesagt…

Oh,Mann- Kate, du bist meine HELDIN!!!! Wie toll du das machst und wie liebevoll! Ich bin ganz gerührt... und muss weiterlesen...
bora

Sophie hat gesagt…

Ich halt dir auch die Daumen!